Hospitation
Dank eines Stipendiums der Robert Bosch Stiftung im "Internationalen Hospitationsprogramm Gesundheit und Pflege" werde ich am 18. Januar nach Australien reisen.
Down under gibt es bereits seit den 90er Jahren intensive Segelangebote für Menschen mit Behinderungen. Früher galt das Motto: "Wer atmen kann, kann segeln!". Dies haben die Australier zurück genommen, denn man muss gar nicht atmen können, um zu segeln. Glingt unglaubwürdig? In Australien - und einigen anderen Ländern dieser Welt - segeln sogar Menschen mit schwersten Behinderungen wie zum Beispiel hochzervikalen Querschnittslähmungen selbstständig. Mittels eines elektrischen Joysticks können diese Segler das Boot beispielsweise mit dem Mund steuern und so auch die Segel bedienen.
So richtig vorstellen, kann ich es mir auch nur schwer. Deswegen freue ich mich sehr auf den Aufenthalt an der Ostküste Australiens. Ich werde erst einen guten Monat in Sydney in verschiedenen Segelzentren und Rehabilitationskliniken hospitieren. Außerdem werde ich mit vielen Seglern, Betreuern, Unterstützer und anderen Stakeholdern über "Sailability" sprechen. Danach werde ich noch knapp zwei Wochen in Melbourne sein. Dort besuche ich ebenfalls ein Rehazentrum und treffe den Konstrukteur der Access Dinghis. Das sind Spezialboote, die extra für Menschen mit Behinderung konzipiert wurden. Die ersten beiden "deutschen" Boote dieser Art nutzen wir ja seit der letzten Saison in Münster.
Ich bin schon sehr gespannt wie es wird! Sie sind herzlich eingeladen, mich auf meiner Reise zu begleiten: Hier im Australien Tagebuch werde ich über meine Erfahrungen berichten. Schau´n Sie wieder rein!

